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Kooperationen im Baugewerbe: Planen, Simulieren und durchführen

Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßte Marc Diederich, Leiter der Geschäftsstelle Hildesheim der IHK Hannover, mehrere Vertreter unterschiedlicher Unternehmen aus der Region Hildesheim im Gebäude der IHK in Hildesheim. Herr Diederich stellte kurz das Thema der Veranstaltung: „Kooperationen: Wie plane ich strukturiert und effizient“ vor.

Im Auftaktvortrag berichtete Prof. Issendorff, Geschäftsführer der Issendorff KG, über Projekte, die seine Firma in den letzten Jahren durchgeführt hat. Im Zuge dieser Projekte verdeutlichte er, was „intelligente“ Gebäudetechnik ist, und wie diese funktioniert. Mit Hilfe praktischer Beispiele erläuterte er die informationstechnische Basis der Technologie, die seine Firma entwickelte und zeige Vor- und Nachteile auf.

Prof. Torben Bernhold von der FH Münster (Fachbereich Oecotrophologie und Facility Management) stellte die Komponenten der Facility Services vor, die den Kern des Facility Managements (FM) bilden: Technisches FM (z.B. Modernisieren, Energiemanagement), Infrastrukturelles FM (z.B. Reinigungs- und Pflegedienste, Sicherheitsdienste) sowie Kaufmännisches FM (z.B. Kostenplanung, Vertragsmanagement). Bei Unternehmen wie der Bilfiger SE machen diese Dienstleistungen inzwischen einen weitaus größeren Teil des Umsatzes als das ursprüngliche Kerngeschäft, die Errichtung von Bauten, aus.

Nach der Vorstellung der FM zeigte er den Lebenszyklus eines Gebäudes auf, was er in drei Teile gliederte: Planung, Bau, Immobilienbetrieb. Mit Hilfe von praktischen Beispielen verdeutlichte er, dass der FM, der nach der Meinung der meisten Planer nur in der dritten Phase (Immobilienbetrieb) beteiligt sein müsste, schon in den früheren Phasen involviert sein sollte, damit die Kosten der Unterhaltung des Gebäudes möglichst minimal sind. Dies machte er durch aktuelle Projekte wie den Berliner Flughafen oder die Hamburger Elbphilharmonie mit Zahlen deutlich.

Herr Schaper, Geschäftsführer der Firma Schaper, stellte unterschiedliche Bauprojekte vor, in denen die Firma Schaper in den letzten Jahren involviert war. Aufgrund fehlender Informationen, die während der Bauphase hätten fließen müssen, wurden die Bauprojekte teilweise teurer, oder beanspruchten eine Anpassung während der Bauphase. Er machte deutlich, dass die Planung eines Gebäudes und deren Umsetzung erheblich von den Informationen anhängen, die zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden.

Matthias Strotmeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim in der Arbeitsgruppe „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ (ISUM) von Prof. Knackstedt, stellte den aktuellen Stand des Forschungsprojekts „Cooperation Experience“ am Beispiel eines größeren Bauvorhabens vor. Anhand von vier beispielhaften Beteiligten (Bauherr, Architekt, Bauarbeiter, Facility Manager) zeigte er deren unterschiedliche Interessen und Sichtweisen, notwendigen Kommunikationswege und die möglichen Missverständnisse und Konflikte, resultierend z.B. aus einer nicht gemeinsamen Sprache, auf.

In einem dreischichtigen Modell werden in dem Projekt, ausgehend von einem Ordnungsrahmen als oberster Schicht, in der zweiten Ebene zunächst die Kernprozesse inklusive der zugehörigen Kooperationsszenarien des Bauvorhabens modelliert. In der dritten Ebene werden die Prozesse dann mittels BPMN (Business Process Modell and Notation) dargestellt und weiter detailliert. In einer webbasierten Erfahrungsumgebung können die Prozessmodelle simuliert und für alle Beteiligten besser greifbar werden. Hierzu gab es eine anschauliche Demonstration eines beispielhaften Prozesses die er live vorführte.

Prof. Ralf Knackstedt sprach im Anschluss der Vorträge über die Möglichkeiten mit der Universität zusammen zu arbeiten. Er stellte die Arbeitsbereiche des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik vor und die Bereiche, in denen jeweils geforscht wird. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Universität durch Drittmittelgeförderte Projekte stand hier im Vordergrund, aber auch die Möglichkeit zusammen mit den Instituten an Projekten zu forschen, die nicht durch eine Institution gefördert werden.

Das Treffen endete mit einem intensiven Gedankenaustausch der Teilnehmer bei einem Imbiss.

Weitere Informationen: Arbeitsgruppe ISUM: https://www.uni-hildesheim.de/fb4/institute/bwl/informationssysteme-und-unternehmens-modellierung/


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