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Arbeitsplanung

Das angestrebte Projektziel lässt sich durch die Realisierung dreier wesentlicher Bestandteile erreichen:

1. Erstellung eines Referenzmodells, schwerpunktmäßig für den lebenszykluskostenoptimierten Bau und Betrieb von Gebäuden
Um die Effizienz der Visualisierung von Kernbereichen der Interaktion zwischen den Akteuren zu erhöhen, wird ein innovatives Referenzmodell schwerpunktmäßig für den lebenszykluskostenoptimierten Bau und Betrieb von Gebäuden konstruiert. Das Referenzmodell dient den Partnern sich neu bildender hybrider Wertschöpfungsnetzwerke als Ausgangspunkt ihrer Überlegungen zur gemeinsamen Vorgehensweise. Es leistet damit einen wesentlichen Beitrag dafür, dass derartige Abstimmungen im Vorfeld von Projekten nicht aus Zeitmangel oder wegen des zu hohen Aufwands unterlassen werden. Auf dem Facility Management Kongress in Frankfurt wurde unser Ziel, ein entsprechendes Referenzmodell zu entwickeln, vorgestellt und stieß dabei auf sehr positive Resonanz. Der Maschinenbau profitiert von diesen Bemühungen, weil von ihnen auch Impulse für die Weiterentwicklung von Referenzlösungen dieses Bereichs ausgehen können. Inhaltlich werden somit Aspekte der hybriden Wertschöpfung im Bau und Betrieb von Gebäuden und im Maschinenbau adressiert, die bisher nicht durch Referenzmodelle abgebildet sind. Methodisch zeichnet sich die Referenzmodellentwicklung dadurch aus, dass sie auf den Simulationsansatz der Testumgebung abgestimmt ist.

2. Entwicklung einer modellgetriebenen softwaregestützten Testumgebung
Neuere Ansätze aus den Bereichen Software Engineering und 3D-Visualisierung ermöglichen es, aus Modellen, wie sie unserem Ziel in 1. zu Grunde liegen, neuartige erlebbare Umgebungen zu schaffen, die realistischere Tests der Integrationskonzeptionen sowohl im Maschinenbau als auch im Bau und Betrieb von Gebäuden ermöglichen als es mit den Modellen allein möglich wäre. Am Fraunhofer Institut in Stuttgart wird beispielsweise daran gearbeitet, den Rezeptionsbereich eines Hotels und die dort ablaufenden Prozesse in einer virtuellen 3D-Welt für den Endkunden erlebbar zu machen. Da für unser Projekt die Zusammenarbeit und insbesondere der Informationsaustausch zwischen den Wertschöpfungspartnern im Vordergrund stehen, widmen wir uns der interaktiven Simulation akteursübergreifender Integrationsszenarien. Dem Model Driven Architecture (MDA)-Ansatz folgend wollen wir Softwaregeneratoren entwickeln, die die zunächst zu erfolgende modellbasierte Konzeption der Zusammenarbeit von Wertschöpfungsakteuren direkt in Softwareumgebungen (wie etwa Enterprise Wikis oder Apps) umsetzen. Damit lässt sich die spätere Arbeitsweise der Wertschöpfungspartner sowohl im Maschinenbau als auch im Bau und Betrieb von Gebäuden realistisch erleben und beurteilen. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich in weiteren Iterationen dazu nutzen, die Integrationskonzeptionen erneut zu verfeinern und Grundlagen für die Adaption des Referenzmodells zu schaffen. Das Konzept der teilautomatischen Generierung ermöglicht es zudem, dass Änderungen in der Konzeption und an den Tests der jeweils erzeugten oder adaptierten Softwareumgebungen zeitlich eng verzahnt durchgeführt werden können. Diese hohe Iterationsgeschwindigkeit wird wesentlich dazu beitragen, Schwächen in der Interaktion von Wertschöpfungsnetzwerken bereits in der Konzeptionsphase aufzudecken bzw. von vornherein zu vermeiden. Insgesamt entsteht somit eine methodische Integration von Referenzmodellierung, visualisierter Planung und mit Hilfe des MDA-Ansatzes abgeleiteter interaktiver Simulation, die im Service Engineering bisher nicht existent ist.

3. Untersuchung der Generalisierbarkeit der Ergebnisse und Entwicklung einer Anleitung zur gezielten Schaffung von Einsatzvoraussetzungen in Unternehmen
Die Einbindung von Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie des Baus und Betriebs von Gebäuden schafft ideale Voraussetzungen für einen branchenübergreifenden Vergleich der Back Office-Integration in der hybriden Wertschöpfung. Ziel des Projektes wird es daher auch sein, die Generalisierbarkeit der inhaltlichen und methodischen Forschungsergebnisse zu untersuchen und die Übertragbarkeit der durch das Referenzmodell identifizierten Informations- und Koordinationsbedarfe sowie der Testumgebungen zu hinterfragen. Darüber hinaus wird projektbegleitend untersucht, welche Voraussetzungen Unternehmen schrittweise schaffen sollten bzw. bereits geschaffen haben sollten, um die erfahrbare Integration von Sach- und Dienstleistung optimal einsetzen zu können. Die Ergebnisse dieses Arbeitsbereichs werden in Form eines Reifegradmodells konsolidiert, das Unternehmen eine Positionsbestimmung und gezielte Einführungsplanung ermöglicht. Durch regelmäßige Workshops und Diskussionsrunden ist zudem ein reger Dialog mit regionalen Unternehmen geplant.


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